Ernte wie zu Großvates Zeiten

Bei Hochsommerlicher Temperatur kamen die Aktiven des Wein- und Heimatmuseums mächtig ins Schwitzen. Anlass war eine Ernteaktion im Zinken Wiedergrün.

Für den Jubiläums-Festzug beim Durbacher Weinfest im Jahre 2011 beabsichtigt das Wein- und Heimatmuseum seinen rd. 70 Jahre alten und neu restaurierten Holz-Leiter-Wagen als „Erntewagen“ zu beladen. Weil beim Weinfest Anfang Juni 2011 noch kein Getreide zur Verfügung steht wurde nun auf dem Getreideacker von Alois Vollmer (Nesselried) eine Fuhre Weizen geerntet.

Wer kann eigentlich noch mit der Sense umgehen und Getreide von Hand mähen? Das war die große Frage in der letzten Vorstandssitzung des Museums. Unser Ehrenvorsitzender Dr. Herbert Gruber, der Landwirtschaft von der Pike auf gelernt hat kann auf seine praktischen Erfahrungen bei der Getreidemahd aus der Jugendzeit zurückgreifen. Über diesen Erfahrungsschatz verfügen auch noch die bereits über 80jährigen Ludwig Kiefer und Josef Seebacher, sowie Museumshelfer Josef Kiefer. Mähen ist natürlich nicht Alles. Damit auch richtige Garben gebunden werden konnten mussten einige fleißige Helferinnen und Helfer gefunden werden. Unter Anleitung von Cilly Kiefer und Gerlinde Werner banden Heinz Bächle, Karl-Heinz Männle, Helmut Rößler und auch der Vorsitzende Josef Werner eine Wagenladung voll prächtiger Garben.

Die große Hitze hatte das Getreide bestens getrocknet. Trotzdem wurden wie früher einige Garben zu schönen „Häuschen“ aufgestellt, in denen die Kinder sich wie in alten Zeiten verstecken konnten.  Auch das Barfuß-Laufen auf dem Stoppelacker wurde probiert und machte offensichtlich riesigen Spaß.

Damit dies alles nicht vergessen wird hat Heimatfilmer Josef Gräßle das ganze Geschehen auf einen Film gebannt.

Mit einem zünftigen Vesper stärkten sich die Erntehelfer und tauschten Erinnerungen aus bis in den späten Abend.

Die Getreideernte war der Anfang einer Dokumentation und von Aktionen, mit der das Wein- und Heimatmuseum im nächsten Jahr fortfahren möchte.

Die Getreidegarben werden bis zum Weinfest 2011 auf dem Schopf von Ludwig Kiefer im Hatsbach gelagert. Der Erntewagen kann dann von den Weinfestgästen bewundert werden.

Wie bereits vor 15 Jahren wollen wir danach mit dem Dreschflegel dreschen und mit der alten „Wannmühle“ (Windfege) die Spreu vom Weizen trennen.

Für 2011 ist auch die Errichtung eines Mühlenhäuschens als Anbau an das bestehende Brenn- und Backhaus vorgesehen. Bereits in diesem Spätjahr werden wir eine über 100 Jahre alte Mühle beim Anwesen Wörner in Durbach-Obertal abbauen und restaurieren. Dann kann auch unsere diesjährige Ernte hoffentlich im ersten Mahlgang zu Mehl verarbeitet werden.

Und – wenn alles klappt, - dann backen wir beim Burefeschd 2011 auch Brot aus der eigenen Ernte.  Also, - mit der Vorstellung von alten Lebensgewohnheiten und praktischen Arbeitsabläufen werden wir auch weiterhin in unserem Museum für Leben sorgen.