Über 700 Jahre Weinbau in Durbach

Während bis Dato die erste urkundliche Erwähnung des Ortes „Durbach“ in das Jahr 1289 zurückreicht, findet sich die erste Erwähnung des Weinbaus im Durbachtal bereits im Jahre 1298.

Reinboldt von Stauffenberg, ein Ritter, Sohn des Andreas, verzichtete in einer umfangreichen Urkunde vom 26. Juli 1298 auf seine Ansprüche an Weinzehnrechten im Stürzelbach bey Stauffenberg. Das Kloster Allerheiligen wurde im Zeitraum von 1191 – 1196 von Herzogin Uta von Schauenburg gestiftet.*1 In der Gründungsurkunde wurde dem Kloster auch ein zur Anpflanzung von Reben geeigneter „Bosch“ in Ellisweiler *2) geschenkt. Das Kloster Allerheiligen förderte wohl den Weinanbau im Renchtal und der Umgebung. Zur Versorgung des Klosters mit Messwein, später jedoch auch aus wirtschaftlichen Gründen, erwarb das Kloster bis in das 18. Jhd. In der Umgebung 18 Rebhöfe und zahlreiche Rebparzellen. Offensichtlich war ca. 100 Jahre nach der Klostergründung der Weinbau in der Nähe des Klosters noch nicht so weit fortgeschritten, dass der Bedarf ausreichend gedeckt war. So kam das Angebot des Ritters Reinboldt von Stauffenberg über den Verzicht, bzw. die Übereignung der ihm gehörigen Weinzehntrechte im Stürzelbach gerade recht. Es ist wohl auch anzunehmen, dass die Staufenberger Ritter in dieser Zeit (um das Jahr 1300) bereits umfangreiche Rebflächen besaßen, weshalb es ihnen nicht schwer fiel, Zehntrechte an das Kloster abzutreten. Die Staufenberger Ritterfamilien statteten die ehem. St. Georgs-Kapelle mit Urkunde vom 24. Juni 1378 (Johannistag) auch mit 11 Ohm halb weißen, halb roten Wein aus dem Zehnten zu Durbach aus. Anlass hierzu war die Versorgung der Kapelle/Caplanei auf Schloss Staufenberg mit einem Pfarrer.*3)*1) ein genaues Datum ist der Stiftungsurkunde nicht zu entnehmen*2) untergegangener Ort östlich von Oberkirch, heute Gewann Klosterberg in Winterbach*3) Siehe Kopie der Urkunde im Wein- und HeimatmuseumUrkunden/Literatur:  GLA Karlsruhe, Abt.34 Allerheiligen. Convol 70 Nr.1506 – 1298 Juli 26800 Jahre Kloster AllerheiligenJosef Werner, November 2018   

 

 

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