Die „Zwingmesse“

Vor über hundert Jahren kam ein österreichischer Geistlicher nach Durbach und mietete sich eine Wohnung. Nachdem er mit mehreren Männern aus dem Ort bekannt geworden war, eröffnete er ihnen, daß auf dem alten Schloß ein großer Schatz vergraben sei, den sollten sie mit ihm heben und teilen. Gerne willigten die Männer ein und gingen mit ihm mehrere Nächte auf das alte Schloß, wo sie, nach seiner Anleitung, gewisse Gebete verrichteten. In der letzten Nacht wurde von einem Priester in der Gegend, den der Geistliche auch für die Sache gewonnen hatte, eine Zwangmesse gelesen; der österreichische Geistliche machte den Meßdiener. Kaum war die Messe zu Ende, so erhob sich aus dem Boden ein großer Haufen glänzenden Geldes. Einer der Männer hatte seinen mit vier Rappen bespannten Wagen bereitstehen, darauf luden sie das viele Geld und fuhren nach Haus. Da vergaß einer, daß vor der Verteilung des Schatzes kein Wort gesprochen werden dürfe, und rief: „Jetz hän mr ‘s Geld, jetz sin mr rich!“ Im selben Augenblick lag statt des Schatzes ein Haufen Sand auf dem Wagen, und der österreichische Geistliche war auf immer verschwunden.



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