EBERSWEIER

Heimatbeilage vom 7.9.1979

Im Rahmen unserer Veröffentlichungen haben wir heute eine Kurzfassung der Geschichte von Ebersweier abgedruckt. Es handelt sich um einen Auszug aus einer Veröffentlichung des historischen Vereins für Mittelbaden aus dem Jahre 1964.

Wir möchten auch die Bürger und Einwohner von EBERSWEIER auffordern Unterlagen wie Bilder, alte Berichte, oder Abhandlungen über die Geschichte und Brauchtum in Ebersweier der Gemeindeverwaltung zur Verfügung zu stellen.


  1. Eberswilre 1215 – 1365 – Ebrschwyr 1529 – Eberschwir 1543

  2. 173 m ü.d.M. Geschlossene Siedlung in der Vorhügelzone am Ausgang des Durbachtals, 2 km östlich der Bahnlinie Offenburg-Karlsruhe. Omnibusverbindung Offenburg-Durbach, Gemarkung: 460 ha, davon 178 ha Ackerland, 116 ha Wiesen. Landwirtschaftliches Versuchsgut des Kreises Offenburg auf dem ehemaligen Exerzierplatz. Die Flurnamen „Hofacker“ und „Wasserstall“ weisen auf ehemalige Einzelhöfe hin, „Stockfeld“ auf Wald.

  3. Münzen römischer Kaiser

  4. Ebersweier gehörte zu den jüngeren Siedlungen und ist als grundherrliche Gründung auf Rodland entstanden. Ortsadel: Von Eberswilre.

  5. Aus den Händen der Herzöge von Zähringen kam Ebersweier um die Mitte des 13. Jahrhunderts in den Besitz des Reiches, war während des Interregnums bischöfl.-straßburgisch, dann endgültig Teil des Reichsguts, gehörte bis 1806 zur Reichslandvortei Ortenau, Gericht Griesheim. Seit 1806 badisch, unterstand es 1811 – 1825 dem Bezirksamt Appenweier, seit 1825 dem Bezirksamt Offenburg.

  6. Der älteste Grundherr war das Kloster Honau, das den „Wetterine-Hof“ 1284 an das Kloster Allerheiligen verkaufte. Bezsitzerrechte hatten ferner die Grafen von Freiburg, von Fürstenberg, von Eberstein und die Markgrafen von Baden, welche die Ritter von Schauenburg, von Staufenberg und von Röder damit belehnten. Heute kein grundherrlicher Besitz mehr. Landwirtschaftliche Betriebe: 93, unter 2 ha = 38, 2-5 ha = 49, über 5 ha = 6. Branntweinbrennerei Bruder und Söhne.

  7. Im Dreißigjährigen Krieg Plünderungen und Zerstörungen. Visitationsbericht des Bischofs von Straßburg 1636: Die Kirche in Ebersweier verheert und ohne Pfarrer, der Ort verbrannt. 1870/71: 8 Kriegsteilnehmer, 1914/18: 79 Kiegsteilnehmer, von diesen 19 gefallen; 1939/45: 142 Kriegsteilnehmer, 32 gefallen bzw. vermißt. 1945 einige Häuser durch Bomben zerstört, 13 Personen getötet.

  8. 1727 = 45 Bürger, 1813 = 418 Einw., 1852 = 508 E., 1875 = 507 E. (Auswanderung), 1905 = 542 E, 1939 = 574 E, 1950 = 661 E., 1962 = 776 E., darunter 28 Heimatvertriebene, 20 ev. Stammfamilien: Gütle, Bieser, Bader, Hauth, Kuderer, Kaltenbrunn, Männle, Noll 1964 = 803 E.

  9. Ursprünglich wurde Ebersweier von Offenburger Franziskanern betreut, die einen Teil des Zehnten bezogen, diesen aber mit dem Patronat an das Kloster Allerheiligen abtraten. Bis 1680 Kaplanei der Pfarrei Nußbach. Allerheiligen übertrug die Seelsorge gegen Ende des 17. Jahrhunderts an die Kapuziner in Oberkirch. 1680 zur selbständigen Pfarrei erhoben, 1687 der erste Pfarrer. Schutzpatrone zunächst die Märtyrer Tiburtius und Valerianus, dann Hl. Kreuz. Bau der heutigen Pfarrkirche 1827, drei Barockaltäre aus dem Oberkircher Kapuzinerkloster. 1957 neues Schwesternhaus und Kindergarten, Kirchenbuch seit 1704.

  10. 1875 Schul- und Rathaus. 1964/65 Neubau

  11. Zahlreiche Fachwerkhäuser

  12. A. Staedele: Aus der Vergangenheit des Dorfes Ebersweier, Zehntangelegenheiten in Ebersweier, „Die Ortenau“ 1959




In Rot ein schwebendes silbernes Kreuz

                                                                                          - z u r ü c k -