Die Aufteilung der ehemaligen „Samtgemeinde“ Durbach

Von Josef Werner

Heimatbeilagen vom 20. Und 27.12.1985



Innerhalb der Herrschaft Staufenberg , welche einen Unfang von rund 0,68'geographischen Meilen hatte, waren seit undenklichen Zeiten die sogenannten Markgenossenschaften ansässig. Nach und nach lösten sich diese Genossenschaftsverbände auf bzw. gingen in den einzelnen politischen Gemeinden unter.
In Durbach bildeten sich dabei die Stabsgemeinden "Heimburg" mit Wiedergrün (früher Widergrien), „Gebirg“ „Bottenau“ und "Obernesselried " mit Illental. Alle diese Stabsgemeinden hatten eigenes Vermögen und eine eigene Verwaltung mit einem Stabhalter und je einem Verwaltungsrat an der Spitze.
Bereits anfangs 1800 waren Bestrebungen der Stabsgemeinden Obernesselried und Illental sowie Bottenau im Gange, sich von der Samtgemeinde zu trennen. Um diese Bestrebungen aufzuhalten, kam die Samt- gemeinde ihren Teilgemeinden entgegen und ließ im Jahre 1845 die einzelnen Stäbe als gesonderte Gemarkung abtrennen. Während so jeder der einzelnen Stäbe eine für sich bestehende Gebiets- körperschaft darstellte und die Ausgaben für die Wegunterhaltung u.a. selbst zu tragen hatte , wurden doch eine Reihe von Verpflichtungen nicht von den Stäben selbst, sondern von der Samtgemeinde erfüllt.
Im Stab Heimburg war als Verwaltungsrat der Gemeinderat unter Ausschluß der jeweiligen Stabhalter der anderen Ortsteile tätig. Der Verwaltungsrat wurde jeweils auf sechs Jahre gewählt, wobei auch ein Rechner dazugehörte. Aufgabe der Samtgemeinde waren der Bau und die Unterhaltung von Gebäuden
wie z .Bsp. der Schule in Heimburg und im Gebirg, das Rathaus im Ort Heimburg , Einrichtungen zum Schutz gegen die Feuergefahr , Polizei, Gesundheits-, Armen-und Krankenpflege. Auch andere Ausgaben für gemeinschaftliche Zwecke wurden von der Samtgemeinde getragen. Die Verwaltung der Samtgemeinde lag in den Händen des Gemeinderates, welcher sich aus dem Bürgermeister und den Stabhaltern nebst 6 im Stab Heimburg ansässigen Gemeinderatsmitgliedern zusammensetzte.
Die Zahl der Mitglieder des Bürgerausschusses war um 1900 auf 60 Mitglieder festgesetzt (48 Heimburg und je 6 von Bottenau und Gebirg).
Die Wahl dieser Mitglieder des Bürgerausschusses erfolgte durch die Bürger entsprechend ihrer Einteilung in die Steuerklassen.
In Heimburg wählten also die Höchst-, Mittel- und die Niederbesteuerten je 1/3, das sind 16 Mitglieder des Bürgerausschusses.
An den Aufwendungen der Samtgemeinde im Jahre 1907 mit 22.218.-- RM waren die 
Stäbe wie folgt beteiligt:

Heimburg,           Bottenau,           Gebirg
15.879.-- RM = 
   3.396.—RM=      2.943.-- RM =
71,5 % 
                15,3 % 
              13,2 %

Die Aufbringung der Mittel, d.h. die Art der Finanzierung war Angelegenheit der einzelnen Stäbe.
Bereits um 1770 wies die Samtgemeinde ca. 1.600 bis 1.700 Einwohner auf. 
Nach Angaben des Gemeinderates von 1842 waren in diesem Jahre 430 Familien mit zusammen 2.860 Personen in Durbach ortsansässig.
Eine zuverlässige Angabe über die Bevölkerungsziffer gibt es erst seit 1852. 
Für dieses Jahr wird die Einwohnerzahl mit 2.772 angegeben.

 

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