Die Reliquie ist zurückgekehrt

 

Heinrichsfest am 14. Juli

Die katholische Kirchengemeinde Durbach feiert am Sonntag, den 14. Juli das Patrozinium. Bereits um 9 Uhr beginnt der Festgottesdienst, der ganz im Zeichen des Kirchenpatrons, dem heiligen Kaiser Heinrich II und seiner Gemahlin, der heiligen Kunigunde gewidmet ist. Bei schönem Wetter werden in feierlicher Prozession, unter den Klängen der Trachtenkapelle, die Schutzheiligen durch das Dorf getragen. Wohl niemand hat in den vergangenen zwei Jahrhunderten bemerkt, dass das Reliquiar in der Durbacher Pfarrkirche mit den falschen Reliquien ausgestattet war. Erst durch die Aufmerksamkeit von Dietmar Mathe als Pfarrer der Seelsorgeeinheit war jetzt festgestellt worden, dass die Pfarrkirche Nesselried die Reliquien der Durbacher Kirchenheiligen verwahrte. Wie konnte diese „Verwechslung“ geschehen? In Durbach wurden über viele Generationen hinweg „Kreuzpartikel“ im Reliquiar getragen. Auch noch so ausführliche Recherchen haben über den Ursprung und die Gründe dieser Verwechslung keine Klarheit gebracht. Fest steht, der Durbacher Pfarrer war bis zur Gründung der Gemeinde Nesselried im Jahre 1871 auch zuständig für die dortige Kirche. Bis dahin war der damalige „Stab“ Obernesselried mit Illental und Kohlstatt ein Teil der Gemeinde Durbach in der ehemaligen „Herrschaft Staufenberg“. Bis zur evtl. späteren Aufklärung kann deshalb nur vermutet werden, dass die Reliquien von St. Heinrich und St. Kunigunde von einem Pfarrer in Nesselried vergessen wurden. Unklar bleibt auch, weshalb diese in der Durbacher Kirche nicht vermisst wurden.

Eine vor vielen Jahrzehnten begangene Missetat an einem Pfarrer, könnte evtl. im Zusammenhang mit dem bisherigen „Verschwinden“ der Reliquien stehen.  Die Pfarrgemeinde „St. Heinrich“ freut sich jedenfalls, dass dieses kleine Heiligtum nun wieder nach Durbach zurückgekehrt ist. Von einem Goldschmied in der ehemaligen Bischofsstadt Konstanz wurden die Reliquien jetzt in ein seit undenklichen Zeiten im Besitz der Durbacher Kirche befindliches Reliquiar eingearbeitet. Die Reliquien sind beschriftet mit „S.Henrici Imp.“ und „S.Cunigundae“ und mit einem Strahlenkranz umgeben, eingefasst und umrahmt mit vier Rubinen und 2 Saphiren. Bei der neuerlichen Goldschmiedearbeit wurde bemerkt, dass die Reliquien passgenau in das alte Reliquiar eingesetzt werden konnten.

Wenn Pfarrer Mathe am Sonntag das kleine Schmuckstück und Heiligtum durch das Dorf trägt, dann soll dies auch zum Schutz und Segen für das Tal und seiner Bewohner sein.

 

Josef Werner, Ratschreiber

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