St. Georg, der Schutzheilige auf Schloss Staufenberg

Eine Ofenplatte mit einem künstlerisch besonders wertvollen und schönen Motiv ergänzt das Ensemble um das Modell von Schloss Staufenberg im Wein- und Heimatmuseum. Es ist leider nicht überliefert, welcher Künstler aus der Werkstatt des Melchior Wiedergrün von Staufenberg dieses Schmuckstück geschaffen hat. Jedenfalls kann man bis heute nur staunen, wie technisch hochentwickelt die Staufenberger Eisenhütte in der Zeit von ca. 1560 bis kurz vor 1600 arbeiten konnte. Das wertvolle Eisenerz fand man in Gruben rund um Schloss Staufenberg, hauptsächlich aber im Bereich des heutigen Plauelrains und Hardtwald bis nach Nesselried. Wer aufmerksam diese Landschaft durchwandert, der findet in den vielen Dobeln und Taleinschnitten immer noch die Ablagerungen aus der alten Bergwerkstätigkeit. Eine Originalkarte über die Hardtwaldaufteilung im Jahre 1804 zeigt noch verschiedene Bergwerksgruben, in denen in der Blütezeit annähernd 100 Bergleute tätig waren. Wegen der besseren Verwaltung dieser Gruben wurde vermutlich bereits durch den Staufenberger das Bergwerkshaus im Hilsbach errichtet. Gleich daneben befinden sich auch ehemalige Erzgruben, die heute allesamt als Wasserspeicher dienen. Bis vor wenigen Jahren bezog der Zinken Hilsbach sein Trinkwasser ausschließlich aus diesen alten Gruben. Auch der Plauelrain-Brunnen, der bei der Anlegung des Weinbergs im Jahre 1864 errichtet wurde, bezieht sein Wasser aus einer alten Erzgrube. Die Verhüttung des Eisenerzes erfolgte vermutlich im Unterweiler. Die schönen Ofenplatten fanden guten Absatz und dienten an den Feuerstellen vieler herrschaftlichen Häuser und Höfe als Schutz, Zierde und Wärmespeicher.
Die obige Ofenplatte zeigt den „Drachentöter“. St. Georg hoch zu Ross, der mit seiner Lanze auf den am Boden liegenden Drachen einsticht. Über dem Drachen ein Mädchen, das vom Drachen wohl bedroht wird Im Hintergrund ist eine Burg zu sehen, welche wohl Schloss Staufenberg darstellen soll. Auf der Burg sieht man ein älteres Ritterpaar und daneben vier „Agnaten“ in mittelalterlicher Kleidung. (Agnaten sind nach altem römischen Recht männliche Blutsverwandte, die von einem gemeinsamen Ahnherrn abstammen) Die Platte trägt die Überschrift „SANT JERG PATRON ZVO STAVFFENBERG“, daneben die Initialien  *RW. Im unteren Teil ist die Jahreszahl 1579 und eine weitere Schriftzeile mit „WAS GOT BESCHERT dann zwei Wappen; das linke das Staufenberger, das rechte undeutlich, dann BLIBT UNERWERT“ zu finden. Unter dem Reiter finden sich vier weitere Personen.
Februar 2014, Josef Werner

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