Josef erklärt dem Pharao den Traum

Eine Ofenplatte mit biblischem Motiv ergänzt seit einigen Wochen die Sammlung des Wein- und Heimatmuseums.

Im ausgehenden siebzehnten Jahrhundert wurde es Mode, die bis dahin weitgehend offenen Feuerstellen in den Häusern mit einem Schutz zu versehen und dabei gleichzeitig auch zu schmücken. Gusseiserne Platten speicherten dabei gleichzeitig die Wärme.

Wer das Alte Testament kennt, oder vielleicht aus seiner Schulzeit noch etwas in Erinnerung hat, der kann mit dieser Ofenplatte aus dem Jahre 1778 viele Geschichten verbinden.

Hergestellt wurde die Ofenplatte in Moderhausen, einem heute nur noch rd. 300 Einwohner zählenden Ort in Lothringen/Frankreich, Dep. Moselle, Kanton Bitche. Dort findet man von der einstigen Gießerei nur noch eine alte Schmiede, die als Museum dient.

Die Ofenplatte zeigt das Motiv aus dem Alten Testament, Buch Genesis 41, 15 – 16.

 

Bildbeschreibung: Der Pharao sitzt auf dem Thron mit dem Zepter in der Hand, vor ihm stehend Joseph mit einem Blatt/Schrifttafel und einem Stift in der Hand, dahinter drei Amtspersonen

Der Pharao sagte zu Josef: Ich hatte einen Traum, doch keiner kann ihn deuten. Von dir habe ich gehört, du brauchst einen Traum nur zu hören, dann kannst du ihn deuten.

Josef antwortete dem Pharao: Nicht ich, sondern Gott wird zum Wohl des Pharao eine Antwort geben.

Pharao sagte zu Joseph: Mir träumte, ich stände am Ufer, bei dem Wasser und sah aus dem Wasser sieben schöne fette Kühe steigen, die an der Weide grasten. Danach sah ich andere sieben dürre, sehr hässliche Kühe, die fraßen die sieben ersten fetten Kühe. Trotzdem blieben die sieben dürre Kühe hässlich. Da wachte ich auf.

Und der Pharao hatte einen weiteren Traum: Ich sah sieben Ähren auf einem Halm wachsen, voll und dick. Danach gingen sieben dürre Ähren auf, die dünn und versengt aussahen. Die sieben dünnen Ähren verschlangen die sieben dicken Ähren. Ich habe dies den Wahrsagern gesagt, aber sie können mir den Traum nicht deuten.

Joseph deutete dem Pharao den Traum:  Die sieben schönen Kühe sind sieben Jahre, und die sieben guten Ähren sind dieselben sieben guten Jahre. Die sieben mageren und die sieben hässlichen Kühe und die versengten Ähren, das sind sieben Jahre teure Zeit. Die sieben reichen Jahre und danach die sieben schlechten und teure Jahre werden kommen über ganz Ägyptenland

 

Josef Werner

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