Erzgrube im Hardtwald


Nach Mitteilung von Forstoberinspektor Burkhardt Sieferle wurde in den vergangenen Monaten ein alter Erzstollen im Hardtwald von Unbekannten geöffnet. Kurzentschlossen vereinbarten daraufhin der Hobbygeologe, Hans Haffner, Gemeinderat und derzeit 2.Bürgermeister-Stellv. zusammen mit Ratschreiber Josef Werner und Sieferle eine Begehung der Grube.
Treff am Freitag, 9.März 1996.
Ausrüstung: Taschenlampen, Hammer, Fotoausrüstung, Schutzhelm, Stiefel
Von Sieferle war bereits der Eingangsbereich mit einem langen Schlauch in den direkt unterhalb vorbeiführenden Graben entwässert worden.

Der Stollen liegt unterhalb der Böschung an der Weggabelung mitten im Hardtwaldt, dort wo der Weg rechts in den Wiedergrün bzw. links Richtung Stöcken führt.

Der ursprünglich ca. ½ m hohe Stollenmund war bis zur Sohle abgegraben, und ein Graben bis zum unterhalb vorbeiführenden Bächlein gezogen worden.

Der Stollen ist ca. 1,60m hoch und etwa 60-80cm breit. Er verläuft mit einigen kleineren Biegungen leicht ansteigend in den Berghang und ist ca 50 - 60m tief.

Im hinteren Teil des Stollens war die Luft etwas stickig. Das Stollenende ist geringfügig auf ca. 1,10m aufgeweitet. Mehrfach sind kleinere Grabungen von ca. 50m in die Seite des Stollens gemacht.

Ca. in der Mitte des Stollens war eine alte Feuerstelle festzustellen - 2 Blechdosen sowie ein Stahlgitter, auf welchem sich verkohltes Holz befand. (Zeitraum der letzten zehn Jahre)

Gleich nach dem Stolleneingang lag eine Plastiktüte mit Hammer, verschiedenen Meißeln, Kerzen und einer kleinen Schaufel, welche ebenfalls aus dem Zeitraum der letzten 15 Jahre stammen dürfte.

Bei der ersten Begehung durch Sieferle/Haffner/Werner wurde eine gute Rotweinflasche entdeckt, welche vom Ersteren offensichtlich als spezieller Grubenwein vorab deponiert wurde.


In mehreren Begehungen wurde der Stollen untersucht und einige Erzgesteine ans Tagesicht befördert. Besonders auffällige Mineralien wurden leider nicht entdeckt. Nach Reinigung der herausgebrachten Erzgesteine können diese evtl. im Wein- und Heimatmuseum gezeigt werden.

Der Stollen dürfte aus der Bergwerkstätigkeit in der Zeit von 1560 - 1791 stammen. Das Eisenerz wurde weitgehend abgegraben, -im Eingangsbereich ist jedoch eine Fortführung der Erzader bis zur gegenüberliegenden Grabenseite festzustellen.

Der Stollen ist in dem überwiegenden Granitgestein relativ stabil. Felsabbrüche sind kaum festzustellen, so dass keine besonderen Abstützungsmaßnahmen mit Stempeln etc. während der Abbauzeit erforderlich waren. Aus diesem Grund ist nach Meinung der

„Hobbygeologen“ derzeit auch keine besondere Absicherung des Stollens erforderlich.

Der „Stollenfund“ wurde nach Beendigung der Exkursion hinsichtlich des Alters bestimmt und mit frischen Brezeln gefeiert.

 

Josef Werner, Ratschreiber

 

 

 

Erzgrube im Hardtwald

- Einstieg März 1996 -

- Aufnahmen Josef Werner -

Beteiligt: Hans Haffner, Gemeinderat und Hobbygeologe

Burkard Sieferle, Förster

Josef Werner, Ratschreiber


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