Auf den Spuren von Geistern und Melusine

 

Wer Schloss Staufenberg und den Weinort Durbach anvisiert, der wird in jedem Fall irgendwann mit den alten Sagen der „Herrschaft Staufenberg“ in Berührung kommen. Spätestens nach einigen „Viertele“ erzählt man auch am Stammtisch hin und wieder, was die „Altvorderen“ so alles erlebt haben.

Bereits ein Egenolf von Staufenberg hat um 1310 auf der alten Burg die Geschichte vom edlen Ritter Peter Diemringer und der Melusine niedergeschrieben. Die Stationen dieser Sage kann man teilweise auf einer alten Karte im Wein- und Heimatmuseum oder natürlich bei einer Wanderung recht plastisch erkunden. Beim St.Florian, dem Standort einer seit über 200 Jahren verschwundenen Kapelle, war vor grauer Zeit auch wohl der Turnierplatz der wackeren Rittersleut. Hier entlang kam der Ritter Peter mit seinem Knappen als er eines Tages zur Kirche nach Nußbach ritt. Auf halbem Weg zum St. Wendelin finden wir an einer Weggabelung ein altes Wegkreuz. Bei diesem „schwarzen Kreuz“ sollte man als Wanderer die Nachtzeit vermeiden, weil man sonst damit rechnen muß, daß einem ein schwarzer Ritter das Fürchten lehrt. Wenn wir den Weg rechts gehen, liegt etwas Abseits der Teufelsstein, an dem man mit etwas Phantasie auch noch die Krallen des Teufels erkennen kann. Wer dann in der wunderschönen Wallfahrtskapelle „St.Wendelin“ sich beim Anblick der Gemälde und Statuen etwas erholt hat, kommt auf der westlichen Seite des Bergrückens zwischen Wald und Reben an den „zwölf Steinen“ und dem Melusinenbaum vorbei. Dort soll die Melusine sich im Jahre 1779 von einem Durbacher Hirtenmädchen die Erlösung erhofft haben. Kurz vor Schloss Staufenberg führt ein steiler Weg zur ehemaligen Stollenburg. Nur noch wenige Mauerreste lassen erahnen wie stolz und stark diese Burg einst zwischen dem Durbachtal einerseits und dem Renchtal auf der anderen Seite wachte. Große schwarze Hunde mit Augen wie Feuerräder sollen hier in der Erde den Schatz der Melusine bewachen. Nur einen Steinwurf entfernt, dort wo der köstliche, weitberühmte Klingelberger seinen Ursprung hat, führt auch ein Weg zum Schloss Staufenberg, den man den Feenweg nennt. Die hilfreiche Melusine soll dafür gesorgt haben, daß unsichtbare Geisterhände einem Freier um die Tochter von Ritter Grimmo beim Wegebau geholfen haben. Mit sechs Rappen oder Schimmeln bespannt ist um Mitternacht auch eine gespenstische Kutsche, die von einem grauen Mann aus dem alten Schloss herausfährt. An den Freitagen im März hat man um Schloss Staufenberg auch die Möglichkeit, mit etwas Glück die vergrabenen Schätze zu sehen. An diesen Tagen nutzen die alten Schätze die ersten warmen Sonnenstrahlen um sich zu sonnen.

Wer auf dieser Wanderung immer noch keinen Schatz gefunden hat, dem wird es in den Gasthöfen und Durbacher Weinbaubetrieben leicht gemacht die Schätze mit Gold und Silber zu heben.

Josef Werner 1997

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