Rund um d‘ „Linde“

(Beitrag unter dem Pseudonym "d‘ alt Flamm“)

Sie isch ä alts Wirtshuus in unserem Dorf un steht käb am Bach. Sie het ä großer schättiger Garte mit alde Baim, un hintrem Huus isch ‚s Schwimmbad. Uff em Lindeplatz war am Heinrichsfescht ‚s Benze Karussell, in dem ä halbblinds Rößli im Ringe rum schlorpe het mien. Barfüßigi Buewe henn dem arme Gaul gholfe schalte. Obends henn zwische dr flitterglitzernde Samtvorhäng d‘ Erdölfunzle mit ihrem schwache Schiin ä Huch us fremde Welte vorgaugelt. Drno isch us Herzensluscht uff dr frisch lackierte Rösser gritte wore.

 Im Johr 1900 isch d‘ Fessebächer Berta als jungs Ding zuem „diene“ in d‘ „Linde“ kumme. Wirt isch um d‘ Johrhunderwendi dr Siebert-Beck gsi, der siner Platz von dr. Backmueld mit em Wirtsschank vrtuscht het. In dr „Linde“ henn Herre un Buure, Handwerker und Gschäftslitt vrkehrt. Gegenüber vun dr „Linde“, andr Dalstroß, isch d‘ Herremühl mit ihrem schöne Wappeschmuck gstande. Dr Müller, dr stattlich Lepold, het ä kleini wusseligi Frau ghet, diä oft wege ihrem kleine Wuchs ghänselt wore isch. Awer sie het d‘ Fopper üwerlege blehrt: „Wenn i uff miner Stumpe Geld steh, bin i viel größer als du!“ Im Herbscht sin d‘ uswärtigi Wiinkaifer ins Clevnerdorf kumme, sogar sonigi us em Schwoweland. Des ware Feschtdäg, wenn’s im ä Glücksherbscht ämol Geld gschneit het. Drno sin d‘ Schulde umänander zahlt wore. An derlei Fangdäg isch in dr „Linde“ Hochbetrieb gsi, nor sin Kotlett bstellt wore, „so groß wie ä Abtrittdeckel“. Erwähnt seie auch d‘ Buurehochzitte, diä mit rote Köpf un heiße Herze im Lindesaal gfiert were und bi dene danzt wurd wiä dr Lumpe am Stecke. Dr Lindewirt isch ä seelegueter Kerl gsi, der keinem Bittstelle nai sage het kinne. So isch mit dr Johre meh Zaschder usborgt gsi, als d‘ „Linde“ vrkrafte het kinne. Zueallem Unglück isch d‘ Lindewirti z‘ früeh gstorwe. D‘ Mag, d‘ Kätter,  het' s Huuswese und dr Stall versorgt, un d‘ Berta het serviert.

Doch eines Dags het dr Siebert usgwirtet ghet. Er isch furtzoge uff Freiburg, wo’s ihm in sine alte Däg nit am beschde gange isch. Doch noch ämol z’ruck zue dr Glanzzitt. Alle vier Woche isch fritigs uffregender Bsuech us Stroßburgkumme. Mit zwei roßbespannte Brege sin unterem Kommando vun ‚re ältere Madam zwölf Freilein us me „Mädchenpensionat“ angfahre, diä immer viel Umtrieb gmacht henn. Ämol henn sie ä Usflug uff d‘ Nachtweid unternumme, wo sie unters Burgermeischters Bäum mit Gschrei un hochgschürzte Röck Bire uffglese henn. `s Verwerflich an denne Usflüg war, dass d‘ Buure weg dr unzüchtige Spitzeunterhose bal krummi Häls bekumme henn. Dr Buure ihri Wiewer henn Unterhose schlechtweg als ä Luxus betrachtet un rundweg druff vrzichtet. D‘ Stroßburger Mamselle henn an dr junge Berta dr Narre gfresse un henn zu `re gsait: „Wiä kann mir au, wenn mir so nett isch, für ä paar Pfinni Trinkgeld so dr Aff mache. Sei nit so dumm, geht mit uns, do hesch’s besser un bruchsch nit dr ganz Dag renne. Unser Gschäft geht immer, un unser Gewerbe isch’s ältscht uff dr Welt.“ Sither isch viel Wasser dr Bach nagloffe. D‘ „Linde“ isch ä within bekannti Summerfrischi. D‘ Kurgäscht glettere im Forellelbach-Freibad, un ums Eck rum gluttere im Winzerkeller gar manchi süffigi Tröpfli „Badischer Wein, von der Sonne vewöhnt".


http://www.hotel-linde.de

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