Am Karsamstagmorgen wurde auf der Wiese bei der Kirche das Osterfeuer entzündet. Die jungen Burschen – meist die Ministranten – freuten sich auf dieses Ereignis. Sie brachten eigens zu diesem Zweck besonders gefertigte lange Holzscheite mit, die an einem Ende durchbohrt und mit einem Drahtring oder einer Weide als Griff versehen waren.
Während nun der Pfarrer das Osterfeuer segnete, legten die Burschen ihre Holzscheite ringsum ins Feuer. Die Osterscheite waren damit gleichzeitig geweiht. Nachdem der Pfarrer das Osterlicht am Feuer entzündet hatte, zog er in die Kirche ein. Währenddessen schwangen die Buben ihre brennenden oder glühenden Scheite kreisförmig auf dem Kirchplatz bis diese etwa zur Hälfte abgebrannt waren. Die verkohlten, geweihten Holzscheite wurden in den Häusern, hauptsächlich in Scheuer und Stall, zum Schutz vor allerlei Unheil und Gefahren aufbewahrt.
Durch Verlegung der Auferstehungsfeier und der Karsamstagsliturgie war die Beibehaltung dieses Brauchs nicht mehr möglich. – Schade, so mancher junge Bursche hätte auch heute noch seine helle Freude an diesem Brauchtum.
Josef Werner, Ratschreiber, Durbach