Das „alte Schloss“

 

Nur etwa 900 m von Schloss Staufenberg in nord-westlicher Richtung liegt im Stollenwald der Ruinenhügel der ehemaligen „Stollenburg“. Die kümmerlichen Reste der einst so wehrhaften Festung liegen um den Burghügel verstreut. Neben einigen mit Kalkmörtel zusammengehaltenen Mauerresten mit etwa 1 – 2 m Durchmesser, finden sich auch Reste der Grundmauern um den Hügel. Der Sturm „Lothar“ hat hier im Dezember 1999 die mächtigen Eichen entwurzelt und an der nördlichen Seite des Hügels die Spuren des ca 3m starken Fundaments freigelegt.  Zwei hohe Ringwälle schützten einst die aus dem frühen Mittelalter, wenn nicht gar aus früherer Zeit stammende Burg. Gegen Staufenberg hin ist der äußere Wall noch ca 6 m hoch, während der innere Ringwall im Laufe der Jahrhunderte immer mehr abgeflacht ist, aber trotzdem noch sehr gut als solcher zu erkennen ist. Nach Norden, dem Renchtal zu, sind die beiden Wälle fast gänzlich verschwunden weil dort die Forstwirtschaft einen Weg angelegt hat. Auch nach Osten und Süden hin sind die Wälle weitgehend abgeflacht. Ca. 270m Umfang hatte der äußere Ringwall, der von dem etwa 11m hohen Burghügel überragt wird. Um rund 15m überragt der Hügel auch die Kuppe von Schloss Staufenberg und bot deshalb für die Burgbewohner einen weiten Blick, einerseits ins Renchtal, andererseits ins Durbachtal und bis zum Mooskopf. Die ovale Plattform der alten Stollenburg hat eine Länge von rd. 50m. Die Erosion der letzten Jahrhunderte hat das ursprünglich wohl eher runde Plateau erheblich geschmälert und so ist es kaum noch mehr als 10 m breit. Die Familien der „S t o l l  v o n  S t a u f e n b e r g“  und auch die „T a r a n t  v o n  S t a u f e n b e r g“ hatten hier ihren Hauptsitz, bis diese in dem unsäglichen Streit der Staufenberger mit  dem Bischof von Straßburg im Jahr 1329 gänzlich zerstört wurde. Die Burg bot 2 Ritterfamilien und dazu ein Dutzend Dienstmannen mit Weib, Kind und allem Zubehör Raum. Auch wenn wir heutige Maßstäbe für notwendigen Wohnraum, dazu noch Platz für Vieh, nicht anlegen möchten, so muss es doch sehr eng zugegangen sein. Pläne der alten Stollenburg oder gar ein Bild sind nicht vorhanden. Zu lange schon ist diese „Ritterkaserne“ im Wald „versunken“. Über den genauen Umfang der Gebäude könnten deshalb nur noch Grabungen Aufschluss geben. Was lebt ist die Erinnerung an eine sagenumwobe

ne Burg, in der die Melusine von Schloss Staufenberg, aber auch die bis heute nicht gehobenen Schätze verborgen sind.Dezember 2009 Josef Werner, Ratsschreiber

 

Verkleinerung des Kartenblatts M 1:5.000 von 1954

Die Umrisse und Ringwälle der alten Stollenburg sind noch gut zu erkennen.
Im linken oberen Bildbereich ist als kreisrunde Erhebung die ehemalige „Ritterschanze“ – eine Aussichtsplattform der Staufenberger Ritter – eingezeichnet.

Ruinenreste der ehemaligen Stollenburg

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